Zu Gast in Mozarts „vatterstadt meines papa“ – Die IAML Ländergruppe Deutschland tagt 2019 in Augsburg

Freitag, 12. April 2019

Vom 17. bis 20. September 2019 findet die Jahrestagung der IAML Ländergruppe Deutschland heuer in Augsburg statt. Gastgebende Institutionen sind neben der Stadtbücherei Augsburg in erster Linie die Universität mit dem Leopold-Mozart-Zentrum und die Universitätsbibliothek Augsburg, wo die überwiegende Zahl der Tagungsveranstaltungen stattfinden wird.

Etwa 200 Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus Öffentlichen Musikbibliotheken, Musikhochschulbibliotheken, Rundfunk- und Orchesterbibliotheken und Musikabteilungen wissenschaftlicher Bibliotheken sind eingeladen zum Austausch über neue fachliche Standards, neu erforschte Musikquellen und aktuelle Entwicklungen des Musikmedien- und Musikinformationsmanagements, zur Fortbildung in musikalischen Urheberrechtsfragen und zur Diskussion über neue Herausforderungen in musikbibliothekarischen Arbeitsfeldern. Das aktuelle Tagungsprogramm ist auf der Website der IAML Ländergruppe Deutschland abrufbar.

Die Tagungsteilnehmenden erwartet auch ein reizvolles Rahmenprogramm in einem musikbibliothekarisch hochinteressanten Umfeld. Augsburg ist nicht nur die Stadt der Renaissance, der Fugger und Welser, der Confessio Augustana und des Augsburger Religionsfriedens, sondern auch „Mozartstadt“: Leopold Mozart wurde 1719 hier geboren. Bedeutende Augsburger Quellenbestände zu Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart sind die Öttingen-Wallersteinsche Bibliothek an der Universitätsbibliothek, Musikalien des ehemaligen Dominikanerklosters Heilig Kreuz und des Benediktinerstifts Lambach an der Staats- und Stadtbibliothek sowie, ebendort, die berühmte Mozartiana-Sammlung von Maximilian Zenger (siehe „Mozart und seine Welt in zeitgenössischen Bildern“, Kassel u.a.: Bärenreiter, 1961). Zu den Augsburger Mozart-Quellen und zu Leopold Mozarts in Augsburg erschienenem „Versuch einer gründlichen Violinschule“ sind verschiedene Tagungsbeträge vorgesehen. Begleitet wird die Jahrestagung außerdem von einer Sonderausstellung der Universitätsbibliothek mit Musikalien aus der Öttingen-Wallersteinschen Bibliothek.

Die 1537 gegründete Staats- und Stadtbibliothek Augsburg ist eine der bedeutendsten frühneuzeitlichen Bibliotheken Europas und verfügt über einen aus säkularisierten Augsburger und Schwäbischen Klöstern stammenden, sehr reichen Bestand an Musikhandschriften und -drucken vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert, von denen einige im Rahmen zweier Sonderführungen (Mi/Do 18./19.9.2019) im Cimeliensaal bewundert werden können.

Ungewöhnlich für kleinere Öffentliche Musikbibliotheken, kann auch die Musikbücherei der Stadtbücherei Augsburg mit drei historischen Sondersammlungen aufwarten (Führungen am Do 19.9.2019): Die Musikaliensammlung des deutsch-amerikanischen Bankiers, Kunstsammlers und Mäzens James Loeb (1867–1933) enthält zahlreiche seltene Erstausgaben des späten 19. Jahrhunderts. Das Notenarchiv des Gitarreclub Augsburg (1900–1949) versammelt Musikdrucke der Wiener und Pariser Virtuosenzeit von Mauro Giuliani bis Napoléon Coste. Eine private Orchesternotensammlung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Schwesterstadt Liberec (ehem. Reichenberg) mit über 100 Erstdrucken von Werken der Strauss-Familie gibt Einblicke in die kleinbürgerliche Unterhaltungsmusikrezeption und Freizeitkultur Nordböhmens zwischen den Weltkriegen (siehe auch Bibliotheksforum Bayern 4/2018).

Mit dem ganzjährigen Festprogramm „Leo 300“ feiert Wolfgang Amadeus Mozarts „vatterstadt meines papa“ den 300. Geburtstag Leopold Mozarts. Für die IAML-Gäste werden zwei Sonderführungen durch die Ausstellung „Mozarts Modewelten“ des Staatlichen Textil- und Industriemuseums (tim) angeboten: „Von Mode bis Mozart“ – Kleidung, Reisen und Kommunikation im 18. Jahrhundert (Mi/Do 18./19.9.2019).

Nach W. A. Mozarts eigenem Urteil „das beste was ich noch in meinem leben geschrieben habe“ gibt es im IAML-Sonderkonzert des Leopold-Mozart-Zentrums am Mittwochabend (18.9.2019) zu hören: das Klavier-Bläserquintett KV 452 und dessen Nachbild gleicher Tonart, Beethovens Op. 16, dargeboten von Professor*innen des Leopold-Mozart-Zentrums mit dem Münchner Pianisten Julian Riem. Und wer Augsburgs Musikgeschichte mit Live-Klangbeispielen an historischen Schauplätzen erleben möchte, lässt die Tagungswoche mit der „Musikalischen Stadtführung“ am Freitagnachmittag (20.9.2019) ausklingen.


Die Kommentarfunktion ist momentan geschlossen.